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Abbruchinstrument

Bloß nicht auffallen!

Wo der Schwangerschaftsabbruch verboten ist, wird die Polizei geschult, nach welchen Gerätschaften sie bei entsprechenden Hausdurchsuchungen Ausschau zu halten hat. Dies war der Grund, weshalb lange Zeit keine geeigneten Instrumente für Abbrüche entwickelt werden konnten. Stattdessen behalf man sich mit mehr oder weniger tauglichen Behelfen, die ‚unverdächtig‘ aussahen: Stricknadeln, Fahrradspeichen, aufgebogene Drahtkleiderbügel etc., die in den Muttermund eingeführt und bis in die Fruchtblase gestoßen wurden. Die schrecklichen Ergebnisse solcher anatomisch und hygienisch gefährlichen Manipulationen sind bekannt.

Da war es ja geradezu ein Glück, wenn ein medizinisches Instrument oder ein Heilbehelf zweckentfremdet werden konnte. Etwa Harnkatheter oder Klistierspritzen mit Aufsatz.

In unserer Sammlung befindet sich ein Metallzylinder mit verschiedenen aufsetzbaren Kanülen, die für Spülungen und Absaugungen in Ohr und Kehlkopf entwickelt worden waren. Wegen ihrer Länge und Biegung sind diese Kanülen für den geheimen Zweck relativ gut geeignet; darüber hinaus lassen sich alle Teile desinfizieren und sogar sterilisieren, womit das Risiko für die Frau deutlich verringert werden konnte.

Wir danken Michael Künze aus dem Karl-Storz-Archiv in Tuttlingen ganz herzlich für den wertvollen Hinweis auf den ‚eigentlichen‘ Verwendungszweck unseres Objektes!

 

Metallspritze mit Henkel. 
3 Stäbe mit folgenden Längen sind der Spritze beiliegend: 9,5cm, 12,5cm und 13,7cm
Weitere Beilagen: zwei halbmondförmige Metallnadeln

Inventarnummer: 2341
Material: Metall, Plastik
Objekt in cm: 10,6 x 2,9 x 2,4