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Klistierspritze

Derartige dickwandige Zylinder mit Kolben und Stempel wurden schon im 15. Jahrhundert zur Darmreinigung eingesetzt. Doch das kurze Ansatzrohr konnte gegen ein längeres ausgetauscht werden, womit auch Spülungen anderer Körperöffnungen möglich wurden. Gleichzeitig erfüllte es die wichtige Anforderung an jedes Instrument zum Schwangerschaftsabbruch: Es war unverdächtig. Da der Abbruch verboten war, wurde er mit ‚zweckentfremdeten’ Hilfsmitteln durchgeführt – alles andere wäre bei einer polizeilichen Hausdurchsuchung aufgefallen. So konnte sich ‚Engelmacherinnen’ schützen, aber die Abdrängung des Abbruches ins hygienische und medizinische Abseits kostete viele Frauen die Gesundheit oder sogar das Leben: Die Reizung der Gebärmutter durch die aggressive Spülflüssigkeit führte zum Ausstoßen des Embryo. Dies führte jedoch häufig auch zu Entzündungen und einem sehr hohen Risiko für die Frau.

Inventarnummer: 1020
Material: Holz, Metall
Objekt in cm: 44,5x6x6
Erhaltungszustand: alt
Spender: Bernd Hamann