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Medikamentöser Abbruch

Abtreibungspillen gab es auch schon vor der ‚Schlacht’ für und gegen RU486, die schließlich Ende der 1980er Jahre doch zur Zulassung führte.

Beispielsweise verlieh im Jahre 1743 der britische König Georg II ein Patent für die Herstellung von Abbruchpillen an Dr. John Hooper aus Reading in England, die gedacht waren „for young women, when afflicted with what is commonly called the irregularities".

Viele Drogisten, Ärzte aber auch Angehörige anderer Berufe priesen ihre ‚Female Pills’, ‚Pilules pour dames’ oder ‚Ladies’ Friends’ an, die alle denselben Zweck hatten: Sie sollten ‚Regelstörungen’ beseitigen. Einige dieser Produkte enthielten tatsächlich pharmakologisch wirksame Bestandteile, die gegen irgendetwas halfen, vielleicht ja auch nur gegen Magenverstimmung.

Andere waren bloß aus Mehl und Milchpulver zusammengemixt. Doch die Werbung sprach von ‚1000 Dankbriefen’ glücklicher Anwenderinnen sowie von akademischen Anerkennungen und wissenschaftlichen Beweisen in- und ausländischer Universitäten.

Die moderne Geschichte des medikamentösen Abbruchs beginnt Mitte der 1960er Jahre.