Highlights vom 5. September 2012

Zwei Highlights für heimgekehrte Urlauber: Ein unverdächtiger Koffer und ein gefährlicher Metallgegenstand





Die meisten Koffer sind schwarz oder dunkelblau – die Verwechslungsgefahr ist groß: Mancher seriöse Koffer birgt Unerwartetes. Unser großer schwarzer Aktenkoffer stammt zwar nicht aus einer Verwechslung, doch auch über seinen Inhalt würde mancher staunen: Eine Präsentation aller Verhütungsmethoden, die im Jahr 1991 in den USA zur Verfügung standen. Dazu eine Erklärung des Wirkprinzips, eine Auflistung der Pros und Cons sowie das Heftchen ‚Today’s Contraceptives – What’s Best For You?’ mit ausführlichen Ratschlägen. Diese sind lesenswert, denn sie geben Einblick in die Sex-Mythen der 1990-Jahre: Ist frau beim allerersten Sex vor einer Schwangerschaft geschützt? Kann eine Schwangerschaft verhindert werden, wenn frau beim Sex oben liegt? Ist sie unfruchtbar, so lange sie stillt? Solche falschen Vorstellungen sind bis heute nicht ausgestorben. de.muvs.org

Auch unser zweites Objekt ist nur begrenzt fluggeeignet: Weil es aus Metall ist, würde es die Sicherheitskontrolle nicht überstehen, aber die erzwungene Entsorgung vor aller Augen wäre peinlich. Es handelt sich um eine Klistierspritze. Derartige dickwandige Zylinder mit Kolben und Stempel wurden schon im 15. Jahrhundert zur Darmreinigung eingesetzt. Doch das kurze Ansatzrohr konnte gegen ein längeres ausgetauscht werden, womit auch Spülungen anderer Körperöffnungen möglich wurden. Gleichzeitig erfüllte es die wichtige Anforderung an jedes Instrument zum Schwangerschaftsabbruch: Es war unverdächtig. Da der Abbruch verboten war, wurde er mit ‚zweckentfremdeten’ Hilfsmitteln durchgeführt – alles andere wäre bei einer polizeilichen Hausdurchsuchung aufgefallen. So konnten sich ‚Engelmacherinnen’ schützen, aber die Abdrängung des Abbruches ins hygienische und medizinische Abseits kostete viele Frauen die Gesundheit oder sogar das Leben. de.muvs.org

 

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