NL 2015/04a

Einladung zur Podiumsdiskussion: 40 Jahre Fristenlösung





Ist ein Abtreibungsgesetz eigentlich noch zeitgemäß?

Podiumsdiskussion:
Ungewollt schwanger: wer soll entscheiden?
40 Jahre Fristenlösung und immer noch im Strafgesetz

26. Mai 2015 um 19 Uhr
AK Bildungszentrum

1040 Wien Theresianumgasse 16-18

Anmeldungen unter www.muvs.org/event

Trompetenhosen, Beatlesfrisuren, Brandsalbe, Kugelkopfschreibmaschinen.... Was gestern modern war, ist heute veraltet. Wir bestaunen es nur noch im Museum. Auch manche Gesetze von damals sind veraltet, halten sich aber hartnäckig. Keiner hinterfragt sie, keiner reformiert sie oder – Gottbehüte! – schafft sie sogar ab.

Beispielsweise das Verbot für den Schwangerschaftsabbruch. Bis vor 40 Jahren war Abtreibung ausnahmslos verboten: 1975 trat die Fristenlösung in Kraft. Mit der Straffreiheit des Abbruchs bis zum 3. Monat ohne Angabe von Gründen hatte man sich für österreichische Begriffe ordentlich aus dem Fenster gelehnt. Allerdings verblieb der ursprünglich von Maria Theresia 1769 eingeführte Paragraph im Strafgesetz.

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2015. Frauen bzw. Paare wollen in den intimsten Bereichen ihres Lebens nicht mehr durch Verbote und Vorschriften von ‚Vater Staat’ oder der Kirche bestimmt werden. Unsere Politiker versprechen uns den Abbau von Bürokratie, Gesetzesdschungel und - in Wahlzeiten - sogar ‚weniger Staat’.

Warum gilt dies nicht für den Paragraphen 96, der Frauen ein Jahr Freiheitsstrafe androht?

Gibt es medizinische, sozialpolitische oder ökonomische ‚gute Gründe’ für das Festhalten am Verbot? Oder hält nur der Wunsch nach Steuerzahlern, Soldaten oder Kirchgängern an etwas fest, was längst keine Berechtigung mehr hat? Und was berichten Länder, die den Schritt der Streichung aus dem Strafgesetzbuch schon gegangen sind, und heute nicht mehr regeln, was jede Frau für sich selbst bestimmen muss?

Am Podium diskutieren:
Rebecca Gomperts Ärztin, women-on-waves
Jula Hughes
Professorin für Strafrecht, Kanada
Irmtraut Karlsson
'Aktion Abschaffung §144', 1972, Nationalrätin SPÖ i. R.
Eva Mückstein Psychologin, Nationalrätin der Grünen
Anja Oberkofler Juristin, Verein österreichischer Juristinnen
Katharina Weninger Frauensprecherin der Jungen Generation in der SPÖ
Christian Fiala
Gynäkologe, MUVS

Moderation: Angelika Hager profil

Der Eintritt ist frei.
Zwei Stunden sind gut investiert, um den öffentlichen Diskurs über die Selbstbestimmung von Frauen und Paaren in Österreich zu unterstützen.

Alle Gäste sind eingeladen, 1 oder 2 Stricknadeln mitzubringen.