NL 2007/03

Die Erfolgsgeschichte: Vom Kindsmord zur Verhütung





Liebe FreundInnen des Museums für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch,


am 16. März 2007 öffnet das Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch!

Das erste und weltweit einzige Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch stellt den Kampf um die Kontrolle von Fortpflanzung und Empfängnis dar, angefangen bei frühen Jahrhunderten bis hin zur Gegenwart mit Ausblick in die Zukunft. Damit soll es zu einem besseren Verständnis für die Kraft der Fruchtbarkeit sowie für die Notwendigkeit, diese regulieren zu können, kommen.

Adresse: Mariahilfer Gürtel 37/1. Stock, A-1150 Wien
Tel. +43 699 178 178 04, Fax: +43 1 892 25 81

Öffnungszeiten: Mi bis So 14–18 Uhr (geöffnet ab 16. März 2007)
Eintrittspreis: Erwachsene: 8,– Euro
Ermäßigungen (bis 22 Jahre): 4,– Euro

Öffentliche Erreichbarkeit:
U3/U6: Station Westbahnhof, Ausgang Äußere Mariahilfer Straße
Straßenbahn 6, 18, 58: Station Westbahnhof
Keine Parkplätze vorhanden.
Fahrräder können im Innenhof abgestellt werden.

Führungen:
Führungen für Schulklassen (90 Minuten) gegen Voranmeldung
unter 0699/178 178 02 oder unter verhuetung@aon.at

Die Audioführung kann zum Ortstarif innerhalb und außerhalb des
Museums telefonisch abgerufen werden:
Verhütung: +43 1 236 300 00 + Nummer des Panels
Schwangerschaftsabbruch: + 43 1 236 300 01 + Nummer des Panels

Internet: Online ist das Museum zu besuchen unter: www.muvs.at


Die Erfolgsgeschichte: Vom Kindsmord zur Verhütung

Durchschnittlich 15 Schwangerschaften pro Frauenleben sind von der Natur ‚vorgesehen‘. Daraus folgen rund zehn Geburten, je nach Gesundheitszustand, Wohn- und Hygieneverhältnissen, Zugang zu sauberem Trinkwasser und energiereicher Nahrung etc. Von den etwa 10 Geburten haben rund sieben Kinder überlebt. Das ist den meisten Menschen aus wirtschaftlichen, sozialen oder anderen Gründen aber zu viel, früher wie heute.

Die Beschränkung der Kinderzahl war und ist daher für alle Generationen und die meisten Kulturen ein wichtiges Thema. Verhütung, Abbruch oder Kindsmord waren oder sind die Möglichkeiten zur Kontrolle der Fruchtbarkeit.

Voraussetzungen für Verhütung und Abbruch sind:
• Entwicklung wirksamer und ungefährlicher Methoden auf Basis des medizinischen und/oder magischen Wissens der jeweiligen Zeit
• Zugang der/s Einzelnen/des Paares zu Information über Möglichkeit und Methoden
• Erlaubnis zur Anwendung (rechtlich, religiös, sozial, innerhalb der Beziehung)
• Verständnis der Zusammenhänge
• Erkennbarer Vorteil gegenüber
o weiteren Kindern
o einem möglichen Kindsmord

Im Falle der Verhütung sind zusätzlich notwendig:
• Erwerbsmöglichkeit (gekauft, geliehen, getauscht oder gratis)
• Regelmässige Anwendung der gewählten Methode
• Erkennbarer Vorteil gegenüber einem Schwangerschaftsabbruch

Diese Voraussetzungen sind erst in den letzten Jahrzehnten und nur in einem Viertel aller Länder der Welt gegeben. Die weitaus meisten Frauen/Paare hatten und haben keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu Verhütung oder medizinisch sicherem Abbruch. Ein medizinisch sicherer Abbruch ist ein nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft durchgeführter. Voraussetzung dafür ist die Entkriminalisierung des Abbruches, andernfalls findet er (wieder) auf versteckten Küchentischen statt.

Täglich erfolgen weltweit 910.000 Befruchtungen, aus denen rund 580.000 Schwangerschaften entstehen. Ein großer Teil der befruchteten Eizellen kann sich wegen Fehler in der Entwicklung nicht einnisten und führt deshalb nicht zu einer Schwangerschaft.

Von den entstandenen Schwangerschaften waren etwa zwei Drittel geplant. Zu einer Geburt führen etwas mehr als 60% aller Schwangerschaften. Die anderen enden entweder spontan (15%) oder werden abgebrochen (22%). Die medizinisch unsichere Durchführung vieler
Schwangerschaftsabbrüche verursacht häufig schwere gesundheitliche Komplikationen und jedes Jahr insgesamt 68.000 Todesfälle weltweit. Hingegen ist der sachgerecht durchgeführte Abbruch statistisch mit weit weniger Risiko verbunden als eine Geburt.

Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch
Ausstellung – Sammlung – Archiv - Bibliothek
tel: +43 699 178 178 04 (Dr. Susanne Krejsa)
+43 699 159 731 90 (Dr. Christian Fiala)

P.S. Trotz interessanter Neuzugänge sind wir weiterhin auf der Suche nach Objekten und Leihgaben: speziell Filme, Plakate, Broschüren, Bücher, Dokumente, Statistiken; Hilfsmittel und Gerätschaften zur Verhütung, zu Schwangerschaftstests und zur Abtreibung. Alles von einst & jetzt, von hier & anderswo.

Sie können uns aber auch durch die Übernahme von Sponsorships für Objekte unterstützen, die wir alleine nicht finanzieren können.

P.P.S. Wenn Sie in Zukunft von uns keine Mails mehr bekommen wollen oder irrtümlich doppelt angeschrieben werden, schicken Sie uns bitte eine kurze Info mailto:verhuetung@aon.at