NL 2009/07

Anfrage zum Arzt und Schriftsteller Fritz Kahn (1888 – 1968)





Am Institut für Medienforschung der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (Lehrstuhl Prof. Dr. Rolf F. Nohr) wird zurzeit zu den Themen Bilddidaktik und Bildevidenz geforscht.

In diesem Kontext ist das Interesse auf den Arzt und Schriftsteller Fritz Kahn (1888 – 1968) gefallen. Dieser hat im Laufe seines Lebens eine Reihe von Büchern publiziert, in denen physiologische Abläufe mithilfe besonderer Illustrationen erklärt werden. Diese Illustrationen geben jedoch meist weniger die faktische anatomische Realität wieder, sondern greifen auf 'Gedankenbrücken' und Metaphern zurück. Ein Beispiel: Im Magen sitzen kleine Männchen und klopfen mit Pickeln das Essen klein.

Ich suche nun nach Quellen, in denen Kahn über seine Bilddidaktik nachdenkt oder wo er sich über die Umsetzung konkreter Bildideen äußert. Außerdem wären Quellen interessant, in denen Kahn eine Aussage über die eigentliche Zielrichtung der Illustrationen trifft, oder auch Quellen, die nachvollziehbar werden lassen, inwiefern Kahn mit seinen beauftragten Illustratoren (er hat die Bilder nicht selbst erstellt) bzw. mit anderen Illustratoren der Zeit korrespondiert hat.

(Biographische Daten zu Kahn: 1888 wird er in Halle geboren. Später zieht er nach Berlin, wo er Medizin und Naturwissenschaften studiert. Er wird praktizierender Gynäkologe. Circa 1933 reist er aufgrund seines jüdischen Hintergrundes nach Palästina. Ab 1939 lebt er in Frankreich und Portugal. 1941 immigriert er in die USA, wo er in New York lebt. Er stirbt 1968 in Lugano in der Schweiz.
Einige seiner Werke sind: 'Das Leben des Menschen', 'Der menschliche Körper', 'Unser Geschlechtsleben: ein Führer und Berater für Jedermann', 'Die Geschlechtskrankheiten: Wesen, Vorbeugung, Heilung. Allgemein verständlich dargestellt', 'Das Versehen der Schwangeren in Volksglaube und Dichtung'.)

Im Laufe meiner Recherche bin ich bereits auf eine Reihe biographischer Quellen gestoßen. Leider lassen diese Quellen kaum Schlussfolgerungen zu, wenn es um die Bildevidenz und die Bilddidaktik geht.

Sollten Sie also in der Vergangenheit mit Quellen in Berührung gekommen sein, die konzeptuelle Aussagen zu Kahns Werk machen, wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich davon wissen lassen.

Vielen Dank
Katrin Meissner (studentische Hilfskraft)
E-Mail: KatrinMeissner@gmx.de