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Auszug aus einem Gerichtsprotokoll, 1944, Kriminologisches Universitätsinstiut Graz, KK Staatsanwaltschaft, Fall Nr. 1944/II

Marie P., eine Näherin aus Thal bei Graz, gebar 1908 ein Kind vom mehrfach wegen Diebstahls vorbestraften Johann K., Knecht im Schloß, der ihr die Ehe versprochen hatte. Der Kindsvater unterstützte sie aber nicht, sondern drohte ihr, dass er sie und ihr Kind umbringen werde, sollte sie Alimente einklagen wollen. Trotzdem zwang er sie, weiterhin mit ihm zu schlafen. 1909, 1910 und 1911 kamen weitere Kinder, die sie mit Tüchern oder Stricken erdrosselte. Nachdem die Morde aufgeflogen waren, leugnete Johann K. jede Nötigung und Anstiftung zur Tötung der Kinder, wollte sich an nichts erinnern und nicht einmal von der Geburt Kenntnis gehabt haben. Doch Briefe überführten ihn. Beide wurden zu 10 Jahren schwerem Kerker verurteilt, verschärft durch ein hartes Lager vierteljährlich.