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Der Jungferntee

Das Rezept des so genannten Jungferntees aus dem Jahr 1920 ist ein reizendes Relikt romantischer Naturverbundenheit, aber verlassen sollte man sich auf seine Wirkung lieber nicht:

„Derselbe wird aus Rosmarin, Thymian, Lavendel und Myrte bereitet und ist während der Zeit der Periode von den Frauen und Mädchen zu nehmen, um für die folgende Zeit bis zur nächsten Regel Unfruchtbarkeit zu erzielen. In der Zwischenzeit der Regeln aber ist der Gebrauch des Mittels zu meiden, damit nicht eine allmähliche Angewöhnung der Gewürze und dadurch eine Abstumpfung gegen die Wirkung eintritt. Man hat versucht, den in manchen Gegenden üblichen Gebrauch dieses Mittels zu prüfen und will die Möglichkeit einer Wirkung dadurch zu erklären suchen, dass durch den Genuss des Tees eine entwicklungshemmende Einwirkung auf das weibliche Ei, das sich während der Periode abstößt, stattfinde.“

 

Aus: Dr. Kehren, Hinter Amors Kulissen, ca. 1920