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Lehrtafel 'Abtreibungsinstrumente'

Instrumente für den Abbruch mussten vor allem eines sein: unauffällig! Andernfalls wäre man bei einer polizeilichen Hausdurchsuchung schnell aufgeflogen. So kamen lange dünne spitze Alltagsgegenstände zum Einsatz, vor allem Stricknadeln und Fahrradspeichen.

Aber auch alle Arten von Klistieren und anderen Spülgeräten, denn therapeutische Spülungen mit Wasser mit und ohne Zusätzen waren für jede Körperöffnung in der Zeit vor Einführung von Antibiotika sehr gebräuchlich.

Das Fehlen von eindeutig erkennbaren Abtreibungsinstrumenten machten Hausdurchsuchungen für die Polizei schwierig. Um ihr Auge für eine mögliche 'Zweckentfremdung' zu schulen, wurden spezielle Lehrtafeln mit Anschauungsobjekten geschaffen.



Foto aus: Kristine von Soden, Die Sexualberatungsstellen der Weimarer Republik 1919-1933, Berlin 1988