Gartenschlauch_01_ma_berich
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Man nehme einen Gartenschlauch ...

Ich bin von 1964 bis 1967 bei der deutschen Handelsmarine zur See gefahren, vornehmlich Mittel- und Südamerika. Die Hafenaufenthalte in den jeweiligen Häfen, in Brasilien, Venezuela, Kolumbien, Costa Rica u. a. wurden auch für Kontakte mit den jeweiligen ‚Hafenmädchen’ genutzt. Nach dem Sex verschwanden sie meist mit einem ca. 1,5 m langen ‚Gartenschlauch’ in der Dusche (Jedes Mädchen hatte seinen eigenen Schlauch). Die Duschkabinen waren gemauert und verputzt (nicht gefliest), meist ca. 0,8 m x 0,8 m groß, der Boden aus Beton.

An der vorderen Wand kam ein Wasserleitungsrohr aus dem Boden und war in Handhöhe mit einem Ventil versehen. Dahinter kam ein Umschalthebel; danach ging ein Rohr nach oben und endete in einem Duschkopf. Außerdem war am Umschalthebel noch ein kurzes Rohrstück von ca. 20 cm Länge angebracht, das offen endete. Darauf wurde nun der Schlauch gesteckt, das Wasser leicht aufgedreht, das andere Ende des Schlauches in die Scheide eingeführt und dort eine kurze Zeit belassen (Vielleicht eine Minute?). Es war wichtig war, dass das Wasser schon lief, bevor der Schlauch eingeführt wurde. Das Wasser war kalt!!! Also es gab kein Warmwasser.

Ich habe öfters versucht, auf die Gefahren dieser Prozedur (Entzündungen, Unfruchtbarkeit) hinzuweisen. Doch man sagte, es gebe keine Alternative. Zwar verteilte die See-Berufsgenossenschaft damals Kondome (Marke Möwe), doch waren diese dick und trocken und wurden von den Seeleuten und auch von den Mädchen nicht akzeptiert.

Ich habe dann 1967 in Hamburg einen Jahresbedarf an Antibaby-Pillen gekauft und ‚exportiert’; die Nachfrage danach war allerdings nicht sehr groß.

Als ich später das oben Geschilderte zu Hause erzählte, sagte eine Tante, dass ihre Schwiegermutter um 1930 in unserem kleinen Dorf ähnlich verhütet habe: Ein Schlauch wurde in der Küche (es gab kein Badezimmer) in den Wasserhahn gesteckt, das Wasser aufgedreht, die Frau setzte sich dann auf einen Eimer, führte den Schlauch ein und spülte sich aus.

 

Erlebnisbericht von Holger Breitenbach