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Papayasamen

Klingt gut, schmeckt gut – aber funktioniert es auch?

„Nehmen Sie den Saft von 4 Orangen und mixen darin 1 Teelöffel Papayasamen. Nach einigen Sekunden geben Sie 2 Bananen, einen Schuss Zitronensaft und Stück frischen Ingwer dazu und mixen noch einmal einige Sekunden lang.“

Der entstandene Saft schmeckt sicherlich köstlich und ist voller gesunder Vitamine. Tatsächlich wird er aber als Verhütungsmittel für den Mann angepriesen!

Als Beweis erwähnen seine Befürworter, dass diese Art der Verhütung schon lange von Naturvölkern in Pakistan, Indien, Sri Lanka und Afrika praktiziert werde. Folkloristisches ist jetzt vielleicht nicht die beste Werbung, denn die aufgezählten Länder sind nicht für ihre erfolgreiche Familienpolitik bekannt – ganz im Gegenteil. So weist beispielsweise Indien die weltweit höchste absolute Bevölkerungszunahme pro Jahr auf.

Über die Verlässlichkeit machen verschiedene Autoren unterschiedliche Angaben: Ein Heilpraktiker meint, dass 1 Teelöffel Papayasamen pro Tag ausreicht, um nach drei Monaten perfekt und sicher unfruchtbar zu sein. Andere Quellen führen an, dass Kaninchen nach der Verabreichung von Papayasamenextrakt „nahezu komplett unfruchtbar“ geworden wären. Nun ist die einschränkende Angabe ‚nahezu komplett’ für Frauen/Paare ohne Kinderwunsch nicht wirklich beruhigend.

Wenn man alle nicht-medizinischen Diskussionsbeiträge zur Seite schiebt – Stichworte Gentechnik, Bestrahlung zur Haltbarmachung, Pestizidbelastung, faire Arbeitsbedingungen etc. – und sich auf naturwissenschaftliche Tatsachen konzentriert, dann zeigen sich Papayasamen oder Papaya-Extrakt bei Kaninchen und Ratten tatsächlich als wirksam und nebenwirkungsarm. Allerdings gibt es nur wenige aktuelle Untersuchungen und keine am Menschen. Die Frage der Reversibilität der Methode ist ebenfalls noch nicht hinreichend geklärt.