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Safran

lat. Crocus sativus

„Vom Safran-Essen muß man lachen, und ißt man zu viel, muß man so sehr lachen, daß die Gefahr besteht, daß man sich tot lacht.“ Ob diese Überlieferung stimmt, wollte der Mogulherrscher Jahangir im Jahre 1626 ausprobieren: Er gab einem zum Tode verurteilten Gefangenen eine große Menge Safran zu essen - ohne ‚Erfolg‘. Auch als er ihm am nächsten Tag doppelt so viel Safran verabreichen ließ, führte es nicht zum erwarteten Ergebnis.

Tatsächlich wird dem Safran ‚immer schon’ nachgesagt, stimmungsaufhellend zu wirken und daher für die Behandlung von Melancholie, hypochondrischen und hysterischen Beschwerden geeignet zu sein. Möglicherweise beruht diese Annahme auf einer Assoziation zu seiner ‚sonnigen’ und ‚aufmunternden‘ Farbe. Reiche Römer sollen Safranfäden auf ihre Hochzeitsbetten gestreut haben - möglicherweise eine Erklärung für den lateinischen Spruch 'dormivit in sacco croci' (er schlief in einem Bett aus Safran), womit ein Zustand unbeschwerter Heiterkeit gemeint war.

Wir verwenden Safran heute vor allem zum Würzen und Färben von Reis, Paella, Bouillabaisse u.a. Die schöne gelbe Farbe machte Safran über Jahrhunderte auch als Färbepflanze für Wolle, Seide und Baumwolle sehr wertvoll: Im alten Rom soll der Randstreifen der Toga, die Kleidung des Magistrats, mit Safran gefärbt worden sein. In vielen Kulturen wurde Safran für die Färbung des Hochzeitsschleiers verwendet.

In der Antike konnten sich nur reiche Leute Safran leisten; er galt als auserlesenes Geschenk für Imperatoren, Könige und Päpste. Wegen seines hohen Preises wurde und wird Safran häufig mit Gips, Mehl oder Talkumpulver ‚gestreckt‘ oder durch andere Pflanzen ersetzt: Im Handel ist beispielsweise ‚Safran‘ aus getrockneten Ringelblumen oder aus Blüten der Färberdistel. Entsprechend standen auf Fälschungen, Diebstahl und Schmuggel harte Strafen, etwa lebendig begraben werden.

Ursprünglich stammt die Pflanze aus Kreta und fühlt sich am wohlsten auf mageren, fast sandigen Boden, an steilen, sonnigen bis halbschattigen Hängen. Heute findet wir sie vom Mittelmeer-Gebiet über Südeuropa, Kleinasien, Indien, Pakistan bis China. Der beste Safran kommt aus Spanien (Coupè und La Mancha). Aber auch im niederösterreichischen Donauraum wurde von ca. 1300 bis ins 19. Jhdt. Safran von hoher Qualität angebaut: Crocus austriacus. Er galt als der beste in Europa erhältliche Safran. Seit 2007 gibt es neue Anbauversuche am nördlichen Wachauufer.

Safran wurde auch arzneilich genutzt. Er enthält Crocin (Farbstoff), Crocetin, Picrocrocin (Bitterstoff), Safranal, Riboflavin und ein ätherisches Öl. Sowohl wegen seines hohen Preises als auch wegen seiner ungünstigen Risiko-Nutzen-Bewertung ist man davon jedoch weitgehend abgekommen. Noch lassen sich seine Inhaltsstoffe nicht künstlich herstellen, die Europäische Kommission fördert aber ein entsprechendes Forschungsprojekt.

Die folgenden Wirkungen werden dieser Pflanze zugeschrieben: aphrodisierend, menstruationsfördernd, abortiv. Dioscurides empfiehlt den Safran als Mittel um den Harn zu treiben, bei Augenfluss und Frauenleiden. Weiters gilt Safran als schmerzlindernd und entzündungshemmend, und wird auch bei Asthma, Husten, Magenkrämpfen eingesetzt. In der Volksmedizin wird er gelegentlich noch zur Anregung der Verdauung verwendet. Er soll nicht während der Schwangerschaft angewandt werden. Bei höherer Dosierung (mehr als 1,5 g) können Vergiftungserscheinungen auftreten, die sich durch Erbrechen, Darmkoliken, Blutungen der Gebärmutter und der Schleimhäute, Benommenheit, Schwindelanfälle, Gelbfärbung der Haut und Schleimhäute oder zentraler Lähmung äußern können.

 

Quellen:
http://www.crocus-austriacus.at/index.html
http://www.bio.uni-freiburg.de/news/20140807-beyer https://books.google.at/books?id=C38NdzkduOEC&pg=PA118&lpg=PA118&dq=safran+lachen&source=bl&ots=MomzMtqLrA&sig=cB01nWanHIGzKJvLXXNlyg_BJEY&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjL2tPxnPvOAhVIvhQKHdrlBYIQ6AEIVTAJ#v=onepage&q=safran%20lachen&f=false (A. Schimmel: Im Reich der Grossmoguln, S. 118)