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Schwangerschaftsabbruch in der Illegalität

Holzsplitter oder Treppensturz?

Nach wie vor müssen Frauen in Ländern, in denen der Schwangerschaftsabbruch verboten ist, zu drastischen und gefährlichen Methoden greifen, um eine ungewollte Schwangerschaft unterbrechen zu können. Aber auch in den meisten Ländern Europas war der Schwangerschaftsabbruch noch bis vor einigen wenigen Jahrzehnten illegal; in einigen Länder, z.B. in Polen, ist der Abbruch noch heute illegal.

 

Das wohl erschreckendste Objekt unserer Sammlung ist ein Holzsplitter von siebeneinhalb Zentimetern Länge und drei Millimetern Dicke. Mit seiner Hilfe versuchte eine 20jährige Frau in Uganda, eine Fehlgeburt einzuleiten. Mit einer fortgeschrittenen eitrigen Entzündung der Gebärmutter, aber glücklicherweise noch rechtzeitig, kam sie in ein Spital und konnte gerettet werden. Viele andere Frauen erreichen kein Spital mehr. Schwangerschaftsabbruch ist (nicht nur in Uganda) gesetzlich verboten und Verhütungsmöglichkeiten sind nicht allgemein zugänglich.

Und wie sah es bei uns aus?

Dazu Doris Lessing ‚Auf der Suche’, London, 1960:

„Eines Morgens hörte ich vor meiner Tür einen dumpfen Schlag. Mrs. Skeffington hatte sich eine Treppe hinuntergestürzt und war gerade im Begriff, es noch einmal zu tun.’Lassen Sie mich’, murmelte sie und ehe ich sie davon abhalten konnte, ließ sie sich fallen. Auf dem Treppenabsatz richtete sie sich langsam, sehr langsam, keuchend und blaß, wieder auf. ‚Das müsste genügen’, sagte sie und versuchte zu lächeln, während sie sich schwer atmend die Treppe hinauf zu Rosemary schleppte.“