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Verhütung, Abbruch und die katholische Kirche

Das Spannungsfeld, in dem Verhütung und Abbruch standen und teils noch immer stehen, lässt sich gut durch Stellungnahmen katholischer Kirchenvertreter darstellen.
1953 kommentierte die katholische Kirche die Berechnung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage durch Knaus und Ogino: “Sind ... die Scheu vor den Opfern, die Kinder auferlegen, oder der Hang zu den Freiheiten und den Vergnügungsmöglichkeiten eines kinderlosen Ehelebens oder das Streben, den Lebensstandard der Familie möglichst hoch zu halten, das Motiv (für die Zeitwahl), dann sündigen solche Eheleute wegen ihrer falschen Grundhaltung und wegen der Missachtung des Sinnes des Ehelebens ... Es müssen also gewichtige Gründe vorliegen, damit die Zeitwahl gerechtfertigt ist.“
(aus: 'Die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage der Frau und deren richtige Berechnung, Hermann Knaus, Maudrich, 1953)

Nachfolgend ein Zitat aus der neueren Geschichte:
Der Vatikan meinte 1999, als die UNO 60 000 ’post-rape-parcels’ inklusive der ’Pille danach’ in die Flüchtlingslager in Albanien und Mazedonien schickte: "Die ’Pille danach’ ist ein Tötungsdelikt. Es ist den Frauen im Kosovo, wenn sie vergewaltigt wurden, nicht gestattet, die ’Pille danach’ zu nehmen." Und Bischof Kurt Krenn setzte eifrig nach: "Das unbedingte Lebensrecht des Kindes geht vor, ganz gleich, wie es entstanden ist." (zitiert nach 'Der Standard' vom 23. 4. 1999)


Bild: Petersdom in Rom, gesehen vom Dach der Engelsburg, aufgenommen 2004; Quelle: www.wikipedia.org (2008)