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Zentralblatt für Gynäkologie, Nr. 27, 1921 und Nr. 31, 1921

Zentralblatt für Gynäkologie, Nr. 27, 1921

643. Sitzung vom 15. März 1921: Gemeinsame Sitzung mit der Medizinischen Gesellschaft zu Leipzig.

Bei dem derzeitigen Tiefstand der Moral in weiten Kreisen des Volkes würde es zu einer fortschreitenden Verwilderung der Geschlechtssitten kommen, und die hemmungslose Betätigung des freien Geschlechtsverkehrs würde zu einer weiteren Vermehrung der die Volksgesundheit zerrüttenden Geschlechtskrankheiten führen.

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Zentralblatt für Gynäkologie, Nr. 31, 1921

Sitzung vom 25. Februar 1921

Herr K. Frank verlangt, daß energischer als bisher die traurigen Machenschaften der gewerblichen Fruchtabtreiber bekämpft und ihre Namen an den Pranger gestellt werden. Strengste Beachtung der Indikationen nötigt nur sehr selten zum Ab. artific. Meiden der geldverschlingenden, Moral und Gesundheit untergrabenden Kinostätten, weiteste Bestätigung in kleinkolonisatorischer Arbeit fördert Gesundheit und Moral. Die öffentlichen Verhandlungen über Fragen der Sexualität mit weitgehendster Aufklärung schaden vielfach mehr als sie nützen. Die sozial armen und kinderreichen Frauen stellen die Minderzahl derer dar, die Fruchtabtreibung verlangen. Nicht Einschränkung der Kinderzahl, sondern Begünstigung derselben tut not zur Ausgleichung der schweren Kriegsverluste. Daher sind die Bestrebungen zur Abschaffung der §§ 218-220 auf das schärfste abzuwehren.