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Duogynon

Ein früher Schwangerschaftstest

Wer in den 1960er-und Anfang der 1970-Jahre vermutete schwanger zu sein, erhielt von seinem Arzt häufig das Hormonpräparat Duogynon. Die kurzzeitige Gabe der körpereigenen weiblichen Sexualhormone Östrogen und Gelbkörperhormon lösen innerhalb von 4-6 Tagen eine Regelblutung aus, falls keine Schwangerschaft vorliegt.

Der Schwangerschaftstest mit Duogynon basierte auf dem Prinzip, dass die Menstruation eine sogenannte Hormonentzugsblutung ist:  Denn zur Menstruation kommt es nur, wenn keine Befruchtung vorliegt, wenn also der Gelbkörper im Eierstock aufhört, das Gelbkörperhormon (Progesteron auch Gestagen genannt) zu bilden. Die kurzfristige Gabe von Progesteron als Injektion oder in Form von zwei Dragees führte zu einer Entzugsblutung, wenn die Frau nicht schwanger war. Bei positiver Schwangerschaft wird im Körper einer Schwangeren genug Progesteron gebildet, um eine Regelblutung zu verhindern. Die zusätzliche Hormongabe hat auf eine eventuell bestehende Schwangerschaft keinen Einfluss, da die darin enthaltenen Hormone - Progesteron und Östrogen - auch im Körper der schwangeren Frau gebildet werden. Progesteron und Östrogen werden bis heute in verschiedenen Pillenpräparaten zur Verhütung eingesetzt.

Duogynon war gegenüber den zuvor verwendeten biologischen Schwangerschaftstests eine echte Innovation. Mitte der 1970er-Jahre hatte das Prinzip, auf das Duogynon gegründet war, ausgedient und wurde durch die Einführung der heute noch gebräuchlichen sogenannten immunologischen Schwangerschaftstest ersetzt. Diese sind sensibler, d.h. sie zeigen bereits sehr früh an und sind leichter anzuwenden.

Kombination der weiblichen Sexualhormone Progesteron und Östradiol.

"Falls nach Duogynon innerhalb von 4 bis 6 Tagen keine Blutung auftritt, ist eine Schwangerschaft anzunehmen." (Auszug aus der Basisbeschreibung)

Duogynon wurde sowohl als Schwangerschaftstest als auch zur Behandlung ausbleibender Monatsblutungen (sog. sekundäre Amenorrhöe) eingesetzt: In Injektionsform von Juni 1950 bis März 1978, in Drageeform von 1959 bis 1973.


Zwei Dragees in gelber Aluverpackung, verpackt in transparenter Plastikschachtel mit Informationen zum Produkt.

Inventarnummer: 1614
Material: Kunststoff, Karton, Alu
Objekt in cm: 6,4x3,3x1
Datierung: 5/1975
Erhaltungszustand: gut