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Polygon

‚Ein Fremdkörper in der Gebärmutter verhindert die Schwangerschaft.’ Diesen Gedanken in die Tat umzusetzen erwies sich als schier unendliche Herausforderung: Wie muss so ein Fremdkörper geformt sein, dass er weder von selbst herausrutscht noch von (schmerzhaften) Muskelkrämpfen ausgestoßen wird noch zu entzündlichen Reaktionen der Schleimhaut führt?

Unzählige Prototypen wurden erprobt, verbessert, wieder verworfen oder schließlich auf den Markt gebracht. Sie unterschieden sich hinsichtlich Material, Größe und geometrischer Figur. Obwohl die wenigsten von ihnen eine klassische ‚Spirale’ sind, tragen sie im deutschen Sprachraum den Gattungsnamen ‚Verhütungsspirale’.

In den 1960ern entwickelten dänische Gynäkologen aus weichem Kunststoff das so genannte Polygon, also eine mehreckige Form, die sich in den Hohlraum der Gebärmutter einschmiegt. Der kleine sichtbare Metallteil dient der röntgenologischen Kontrolle.

Diese Spirale wurde kurz nach der Geburt eingelegt; im Vergleich zu heute war das mitgelieferte Informationsblatt äußerst knapp gehalten.

Zu unserem Objekt erhielten wir auch einen Erfahrungsbericht:
„Ich erhielt diese Spirale mit 22 Jahren im Jahr 1966 nach meiner 2. Geburt. Die Spirale wurde 13 Jahre belassen. Während dieser Zeit hatte ich oft Entzündungen und Menstruationsschmerzen.
Während der ersten 7-8 Jahre musste ich einmal pro Jahr zur Röntgenkontrolle. Nach 13 Jahren habe ich eine neue Spirale bekommen, aber die wurde schon jedes 2. oder 3. Jahr ausgetauscht.“

Inventarnummer: 2541
Material: Kunststoff
Objekt in cm: 3 x 2,4
Datierung: 1975
Erhaltungszustand: Kunststoff vergilbt
Spender: Christine Felding