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Stickbild Pflanzen

Hinter diesem Kinderlied aus dem deutschsprachigen Raum, das vor allem von kleinen Kindern als Ringelreihen getanzt wird oder wurde, verbirgt sich eine wichtige Information: Rosmarin, Thymian, Petersilie und Suppenkraut wurden als Verhütungsmittel eingesetzt. Sie werden von den Hebammen an die Frauen weiter gegeben oder von diesen im eigenen Garten angepflanzt. Die Anwendung ist offensichtlich lange Zeit bekannt, denn in dem Hinweis ‚roter Wein’, ‚weißer Wein’ geht es um den Zeitpunkt der Menstruation und der Tage danach.
Den aufgezählten Pflanzen wird nachgesagt, dass ihre starke ätherischen Öle eine Befruchtung verhindern.
Ebenso erfahren wir aus dem Kinderreim, dass sehr wohl auch junge, unverheiratete Mädchen Verhütung praktizieren, um ihre Sexualität mit Männern zu leben.

Anke Wolf-Graaf: Die verborgene Geschichte der Frauenarbeit, 1983 (ISBN 3-407-85035-2)

 

"Das Kinderlied, das von Myrthe, Thymian und Rosmarin singt, kündet noch davon, daß diese Kräuter, vorzugsweise aber die bräutliche Myrthe auf dem flachen Land einst gebraucht wurden, um voreheliche Empfängnis zu verhindern. Braut und Bräutigam tragen deshalb noch heute am Hochzeitstage die Myrthe zum Zeichen dessen, daß sie dieses Präventivmittels nicht mehr bedürfen."

Aus: Verhütung oder Abtreibung?, L. v. Nida,ca. 1929, Seite 11

 

Inventarnummer: 2751
Material: Holz, Glas, Stoff
Objekt in cm: 27,8 x 21,2 x 1
Erhaltungszustand: Holzrahmen stark abgenutzt